Software reift nicht wie Wein, sie altert eher wie ein Gebäude
Die digitale Altlasten-Falle: 5 Warnsignale, dass Ihre Software den Firmenwert frisst
Als Unternehmer investieren Sie in Software, um Prozesse zu beschleunigen. Doch oft passiert das Gegenteil: Mit jedem Jahr wird das System langsamer, Anpassungen werden teurer und die Abhängigkeit von einzelnen IT-Spezialisten wächst.
Viele Unternehmer betrachten Software als notwendiges Übel. Wie eine Stromrechnung, die man eben bezahlt. Doch die Realität ist: Software reift nicht wie Wein, sie altert eher wie ein Gebäude, das man nicht unterhält. Experten nennen das Software-Entropie – ein schleichender Prozess, bei dem Ihr System mit jedem Jahr langsamer, teurer und riskanter wird. Und…… ein Wertverlust Ihres Unternehmens zur Folge hat.
Die Realität: Wenn Sie Ihr Unternehmen eines Tages übergeben wollen – egal ob in jüngere Hände als Nachfolger oder einen externen Käufer – wir er die IT und den Digitalisierungsgrad genau prüfen. Findet er „Altlasten“, sind Konsequenzen vorprogrammiert. Ein möglicher Käufer zieht dies vermutlich direkt vom Kaufpreis ab oder winkt für den Kauf ab.
Damit es nicht so weit kommt, müssen Sie als Chef die richtigen Fragen stellen. Hier ist Ihr Werkzeugkasten:
1. Der 5-Punkte-Check: Hat Ihre Software „Übergewicht“?
Prüfen Sie Ihre aktuellen IT-Projekte kritisch. Software ist dann gesund, wenn sie schlank bleibt. Bevor Sie in neue Projekte investieren, müssen Sie wissen, ob Ihr aktuelles Fundament trägt. Hier sind die Warnsignale für gefährliche Altlasten:
- Die Wartungs-Falle: Steigen Ihre Supportkosten jährlich, ohne dass der Funktionsumfang spürbar wächst? Ein gesundes System kann über 15 Jahre stabil laufen, bei minimalen Kosten (wie ein Beispiel eines unseres Kunden mit ca. CHF 2.000 Supportkosten über die gesamte Laufzeit zeigt).
- Abhängigkeit von „Insider-Wissen“: Versteht nur ein einziger Programmierer (intern oder extern), wie das System im Kern funktioniert? Dann besitzen Sie kein Asset, sondern ein Klumpenrisiko.
- Die „Wochen-statt-Tage“-Regel: Dauert eine einfache Prozessänderung Wochen statt Tage? Dann ist Ihr Code „verfilzt“ und blockiert Ihre unternehmerische Flexibilität.
- Fehlende Echtzeit-Daten: Werden Informationen mühsam „vor“ das ERP geschoben, statt in Echtzeit direkt hineinzufliessen? Manuelle Brüche führen zu Fehlern und Zeitverlust.
- Das „Excel-Massaker“: Müssen Ihre Mitarbeiter Daten aus der Software in Excel-Tabellen kopieren, um damit arbeiten zu können? Dann löst Ihre Software das Problem nicht, sie verwaltet es nur.
2. Nach dem Check: Die Ausmist-Phase (Strategie vor Technik)
Wenn die Checkliste oben bei Ihnen Alarm ausgelöst hat, ist der Reflex oft: "Wir brauchen ein neues System!" Halt. Bevor Sie eine einzige Zeile Code bestellen oder eine Lizenz unterschreiben, müssen Sie Ihre Hausaufgaben als Unternehmer machen. Wer ein Chaos digitalisiert, hat danach ein digitales Chaos.
- Prozesse radikal vereinfachen: Setzen Sie sich mit Ihren Schlüsselpersonen an einen Tisch. Zeichnen Sie einen Prozess auf (z.B. die Auftragsabwicklung). Wenn dieser Prozess drei Schleifen und fünf manuelle Freigaben enthält, wird keine Software der Welt ihn "schnell" machen. Streichen Sie die Schleifen analog, bevor wir sie digital zementieren.
- Die "Warum"-Frage: Fragen Sie bei jedem Arbeitsschritt: "Warum machen wir das so?" Die Antwort "Das haben wir schon immer so gemacht" ist das Todesurteil für jede Digitalisierung.
- Daten-Inventur: Wissen Sie, welche Daten Sie wirklich brauchen, um Ihr Unternehmen zu steuern? Digitalisierung bedeutet oft, 80 % des Datenmülls loszuwerden, um die 20 % zu finden, die wirklich Gewinn bringen.
3. "Verstehen vor Bestellen": Ihr Briefing als Chef
Erst wenn der Prozess bereinigt ist, kommen wir ins Spiel. Ausser, Sie wollen auf Nummer sicher gehen und ganz schlank in den Prozessen werden. Dann holen Sie uns vorab ins Boot, damit der Mehrwert über das ganze Unternehmen hinweg gewährleistet ist und neue Businessmodelle gleich mit berücksichtig werden.
Hierbei gilt die 80/20-Regel: 80 % Ihrer Nutzer brauchen nur 20 % der Funktionen. Streichen Sie die „Nice-to-have“-Features radikal. Jede Zeile Code, die Sie nicht brauchen, ist eine Altlast von morgen. Eine weitere Regel: Wenn Sie einen schlechten analogen Prozess digitalisieren, haben Sie danach einen schlechten digitalen Prozess. Klären Sie erst die Logik, dann die Technik.
4. Die Checkliste: Worauf Sie bei Individualsoftware achten müssen
Bevor Sie das nächste Projekt freigeben, verlangen Sie Antworten auf diese Fragen:
- Ist der Code „State-of-the-Art“? Wird mit modernen Frameworks (wie z.B. Laravel) gearbeitet, die weltweit Standard sind?
- Wo landen die Daten? Werden sie nur „vor“ das ERP geschoben oder fliessen sie in Echtzeit direkt hinein (Stichwort: Maximale Transparenz)?
- Gibt es eine „Exit-Dokumentation“? Ist der Code so sauber, dass ein fremdes Team ihn morgen übernehmen könnte?
Fazit: Bauen Sie auf Substanz statt auf Sand
Sorgen Sie dafür, dass Ihre IT bei der nächsten Bewertung ein echtes Asset und kein Abzugsposten ist.
Schlanker Code ist kein technisches Detail. Er ist die Garantie, dass Ihr Unternehmen beweglich bleibt. Unser Versprechen „Wir generieren keine Altlasten“ ist Ihr Sicherheitsnetz. Wir bauen für Sie ein digitales Skelett, das weder mit der Zeit verrostet noch hohe Supportkosten generiert.
Sind Sie bereit, Ihr digitales Fundament wetterfest zu machen? Lassen Sie uns gemeinsam den ersten Knopf richtig schliessen.
Kontaktieren Sie uns für einen unverbindlichen Prozess-Check. info@swissbrain.ch oder über den direkten Draht zum Digital-Profi 079 426 97 06
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